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1949 - 1961

Der Name „D’Laabertaler“ Rogging kann jetzt schon auf eine langjährige Tradition zurückblicken. Aus einem kleinen Anfang wurde ein Verein, der weit über seine heimatlichen Grenzen bekannt wurde. Ein Verein, der bemüht ist seinem Wahlspruch treu zu bleiben: „Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten“.

Ein Wahlspruch, der in der heutigen schnellebigen Zeit sehr schwer zu verwirklichen ist. Trotzdem bemühen sich die Mitglieder, das beste daraus zu machen, um auch unsere Nachkommen den Begriff Heimat zu erhalten.

Wie wurde der Trachtenverein aus der Taufe gehoben?

Ludwig Strohmeier führte bei einem öffentlichen Tanz, den der Wirt abhielt, einen Plattler auf. Der Wiederum gefiel ein paar Burschen vom Ort so, dass er in einem Eckstüberl des Wirtshauses ein paar Burschen den einen oder anderen Plattler zeigte. Er begeisterte sofort einige Gleichgesinnte und in der Folgezeit trafen sich die paar Burschen und erlernten neue Plattler. Nur von einem Trachtenverein konnte bis jetzt noch keine Rede sein. Gespräche in solcher Hinsicht gab es auch noch nicht. Während einer Tanzprobe kam man zu dem Entschluss, Theater zu spielen. Unter ganz primitiven Umständen wurde in Rogging das erste Theater aufgeführt. Durch den großen Erfolg wurde die Idee geboren, einen Verein zu gründen.

Bei Josef Neumeier sen. trafen sich Konrad Schütz, Alfons Schütz, Xaver Reif und Ludwig Strohmeier. Dort wurde die Idee, einen Verein zu gründen, weiter ausgebaut. Sie waren sich nur nicht einig, welchen Verein sie gründen wollten; denn mit einem Trachtenverein hatte man noch keinen Kontakt.

Zu Georg Karzmarek, ein guter Bekannter von Josef Neumeier, der 1. Vorstand des Trachtenverein Mangolding – Mintraching war, knüpften die Rogginger die ersten Kontakte mit einem Trachtenverein. Im Februar 1949, bei einer Jagdversammlung, wurde dann ein Plakat zur Gründung eines Trachtenvereins geschrieben. 40 Personen aus Rogging ließen sich gleich als Mitglieder eintragen. Somit existierte in Rogging ein Gebirgstrachten – Erhaltungsverein. Ein paar Wochen später folgte die erste Versammlung unter Leitung von Georg Karzmarek, wo auch gleich die Vorstandschaft gewählt wurde.

 

Sie setzte sich wie folgt zusammen:

 

1. Vorstand Konrad Schütz

2. Vorstand Michael Arnold

1. Schriftführer Josef Neumeier sen.

1. Kassier Alfons Schütz

2. Kassier Jakob Buberger sen.

1. Vorplattler Ludwig Strohmeier

2. Vorplattler Xaver Reif

Ausschussmitglied Johann Steinberger

 

Es wurden in der folgenden Zeit wieder Theater gespielt; Versammlungen wurden nach Bedarf einberufen. Die Begeisterung der Rogginger zu den Plattlerproben war so groß, dass in der Woche 1 – 2 Proben abgehalten wurden. Die Unzufriedenheit der Trachtler wuchs, konnte man noch keine Auftritte ohne Tracht machen. Um dies abzustellen, wurde von einigen Mitgliedern eine Gebirgstracht gekauft. Dies konnte nur Dank des großen Idealismus jeden einzelnen geschehen und finanziert werden. Jeder Trachtler kaufte sich sein Gewand selber, das zum Teil in Monatsraten zu 5,-- DM abgestottert wurde (Wochenlohn ca. 2,--DM).

Am 2.Oktober war dann der große Tag in Rogging. Der Gebirgstrachtenverein Rogging feierte das 1. Gründungsfest, was zu einem sehr großen Erfolg wurde. Als Gäste waren Mangolding – Mintraching und Sünching anwesend. Ab diesem Zeitpunkt war der Trachtenverein fester Bestandteil der Gemeinde.

Um den Verein finanziell auf die Füße zu helfen, tat man alles, um die Vereinskasse aufzubessern. So wurde schon 1949 die erste Christbaumversteigerung abgehalten, weitere Theater gespielt und Heimatabende auch auswärts veranstaltet.

Als sehr wichtiger Schritt galt der Eintritt in den Trachtengau Niederbayern.

Aber was wäre ein Verein ohne Fahne. So beschlossen die Mitglieder, eine Vereinsfahne zu beschaffen. Dank der sparsamen Kassenführung und den vielen Spenden konnte tatsächlich im Jahre 1951 eine Fahnenweihe über die Bühne gehen. Als Fahnenmutter fungierte damals unter großen Opfern Anna Strohmeier. Schirmherr war Bürgermeister Johann Weigl, die Weihe vollzog Pater Cyrill Weigl vom Kreuzberg/Rhön, die Festpredigt hielt Pfr. Georg Wolker. Fahnenjunker war Xaver Weigl. Als Fahnenjungfrauen fungierten Ottilie Angerbauer, Laura Stuber, und Erika Blombner, die Begleiterinnen Edith Gellner und Hermine Strohmeier. Patenverein war der Trachtenverein Mangolding – Mintraching, die durch ihren Vorstand Georg Karzmarek die Weichen für einen Trachtenverein gestellt haben. 17 Trachtenvereine besuchten damals die Fahnenweihe des Trachtenvereins Rogging. Durch die Fahnenweihe wurde der Verein weiter gestärkt und die Kameradschaft im Verein weiter gefestigt. Nach dem Fest stieg die Mitgliederzahl weiter stetig an, der Trachtenverein war aus der Gemeinde Rogging nicht mehr wegzudenken.

Das Markenzeichen des Trachtenvereins wurde das Wiesenfest, das im Jahre 1952 zum ersten Mal auf der Weigl – Wiese stattfand. Dieses Fest aber überlebte den Wandel der Zeit nicht und wurde 1989 zum letzten Mal abgehalten.